Perfektionismus

Von der Lethargie zur Aktion

In meinem heutigen Seelen Blogbeitrag erzähle ich dir meine Gedanken und meine Erfahrungen zum Thema Perfektionismus.

 

Ganz lange habe ich immer wieder Phasen gehabt in denen ich mir wenig zugetraut und mich lieber versteckt habe.

 

Wieso ich das gemacht habe?

 

Ganz einfach, ich bin Perfektionistin!

Darin war ich so gut, dass ich irgendwann einfach nichts mehr gemacht habe.  Denn alles was ich anpackte entsprach im Ergebnis alles andere als meinen Vorstellungen. Es war meiner Meinung nach auch Anderen nicht zumutbar.

 

Wohin mich das gebracht hat?

 

In die Lethargie, ich wurde zum Couchpotato der alles besser weiß, aber selbst nicht mehr anpackt. Ich war Ohnmächtig und von Zweifeln und Vorwürfen geplagt. Das machte aus mir einen Menschen der ich nie sein wollte. Ich lehnte es ab zu einer Person zu werden die sich klein und unbedeutend fühlt. Die dadurch andere heruntermacht um danach selbst wieder etwas besser dastehen zu können. So zu sein, hat sich nicht schön angefühlt. Die Anderen zu bewerten, zu verurteilen und zu kritisieren, damit ich mich selber nicht so klein und unbedeutend fühlen muss. ich war in einer Spirale in der ich mich abwärts drehte. 

 

Ich habe einen Mann an meiner Seite, der auch Perfektionist ist. Er ist immer unzufrieden mit seiner Leistung, jedoch gibt er bei allem was er Anfängt 150%. Egal was er macht, es wird auch alles perfekt in meinen Augen. Auch er sieht nur die 5% die es noch besser können.

 

Das hat mich zuerst dazu gebracht, mich selbst aufzugeben um in seinem Schein mit zu glänzen. Es hat mich auch dazu gebracht mich dadurch noch kleiner und unscheinbarer zu fühlen. Dadurch habe ich angefangen Fehler bei ihm zu suchen. Um ihn dann bei jeder Gelegenheit runter zu machen.

 

Nicht bewusst und wirklich nicht mit böser Absicht, aber es ist passiert. Denn ich wollte auch wer sein, gesehen und gehört werden. Als ich das erkannt habe, konnte die Selbstverurteilung und der Selbsthass in mir immer mehr heilen. Das darf immer tiefer in Heilung gehen. Durch die Liebe, das erkennen, annehmen und es nicht zu bewerten darf es sich ganz langsam auflösen. Die „Liebe“ ist der Schlüssel! Liebevoll zu erkennen, dass es keine böse Absicht war, dass mir die Selbstliebe und Selbstakzeptanz fehlte. Liebevoll zu mir selbst sein zu dürfen, auch wenn ich zu etwas geworden bin was mir nicht gefällt. Zu merken, dass es nie zu spät ist. Ich habe immer die Wahl, die Wahl zu erkennen, mich zu lieben, Stück für Stück immer mehr Liebe in mein Herz zu lassen. Ich darf erkennen, dass ich bei mir anfangen kann. Denn erst dann kann die Veränderung stattfinden. Es wird zuerst in meinen Gedanken, dann in meinen Worten und zu guter letzt auch in meinem Handeln sichtbar. Es ist mir klar geworden, dass es nicht Sinnvoll ist mich selbst zu verurteilen, mich zu beschimpfen oder zu bekämpfe. Denn oft sind wir zu uns selbst am grausamsten. Denken, Sagen, Handeln so wie wir es bei unseren besten Freunden niemals tun würden. Sondern liebevoll auf mich zu schauen. Liebevoll zu sehen, was für Bedürfnisse da sind, mich selbst wahr zu nehmen, mich selbst zu sehen und zu hören. Nicht im Außen bei meinem Partner, Familie und Freunden zu suchen, zu wollen, zu erzwingen. Nein, ich darf bei mir selbst anfangen. Denn wenn ich mir selbst geben kann was ich brauche sind meine Beziehungen nicht mehr abhängig sondern zutiefst lebendig.

 

Nicht das ich darin jetzt "perfekt" wäre.

Es ist ein Weg. Ein Weg auf dem ich Erfolge habe aber auch immer wieder Scheitere. Ich gehe ihn Schritt für Schritt mit aufrechtem Kopf. Ich bewege mich, gehe in Aktion und somit heraus auf der passiven Lethargie und Ohnmacht, heraus aus dem Verurteilen und hinein ins Verständnis zu mir und zu meinen Mitmenschen. Ich darf erblühen und wachsen an und mit mir.

 

"Colorgy" ins Leben zu rufen ist mein Beitrag dazu, mit euch zu teilen was ich erlebe, was ich erfahre. Über meine Kunst komme ich immer mehr bei mir an. Ich freue mich, wenn ich dich damit auch erreiche und dich mit meinen Worten zum Nachdenken anregen darf.

 

Mein neuer Weg ist es "Unperfekt" durchs Leben zu gehen, mich zu zeigen, zu teilen und zu Leben immer mehr bei mir anzukommen, dabei zu wachsen und auch mal hinzufallen, wieder aufzustehen und weiterzugehen, wie ein Kind von 1 Jahr welches gerade gehen lernt!

 

Wie geht es dir mit deinem Perfektionismus?

Kennst du das? 

Oder erlebst du etwas ganz anderes?

 

Berichte mir bitte deine Gedanken dazu, wenn du magst.

 

Ich wünsche dir einen unperfekten Tag, herzliche Grüße, Deine Iris

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Kommentare: 11
  • #1

    Anke (Samstag, 23 September 2017 08:49)

    Liebe Iris,

    Ich bin alles andere als eine Perfektionistin, aber lange Zeit hatte ich das Gefühl, ich müsste diesen Zustand anstreben. Ich war oft nicht genug - für meine Eltern nicht ordentlich genug, nicht strebsam und ehrgeizig genug usw. Meine Lehrer attestierten mir, ich wäre sehr intelligent, aber faul - stimmt, ich hab als Jugendliche gerne den bequemsten Weg gewählt.... Ich hatte kein Selbstvertrauen in mich selbst und da ich die Dinge ja eh nicht "richtig" oder "perfekt" machen konnte, habe ich sie gar nicht in Angriff genommen. Erst als ich mich mit mir und meinen Eigenschaften ausgesöhnt hatte, habe ich meinen inneren Frieden gefunden. Statt "ich bin ein Chaot" habe ich mir gesagt "Ich schaffe mir meine eigenen Ordnung. Wenn es mir nichts ausmacht, dass ein paar Sachen nicht an ihrem Platz liegen, dann ist das O.K. Ich muss nicht sein, wie meine (in Ordnungsdingen) perfekte Mutter. Ich bin ich - und das gut so". Boah, war das eine Erleichterung! Wenn wir übermäßig hohe Ansprüche an uns selbst haben, lohnt es sich mal nachzuforschen, ob es wirklich UNSERE ANSPRÜCHE sind oder die ERWARTUNGEN UNSERER UMWELT. Das macht einen Riesenunterschied. Annehmen was ist, erkennen wer Du im tiefsten Kern wirklich bist und danach zu leben, macht das Leben so viel schöner!

  • #2

    Kirstin (Samstag, 23 September 2017 11:26)

    Liebe Iris, vielen Dank für diesen Artikel! In Sachen Perfektionismus verwende ich sehr gerne die 80 - 20 Regel. Also: 80% als Ziel. Dann fange ich an, weiß, dass es zu schaffen ist und .... hab ganz viel Spaß dabei :-)

  • #3

    Susanne Dahl (Samstag, 23 September 2017 11:44)

    Liebe Iris,

    ein sehr berührender Artikel. Ja, ich kenne ihn zu gut, diesen Perfektionismus. Und was für eine schöne Auflösung: die Liebe, die Selbstliebe. Ich denke, wer diese lebt, lebt seine Individualität, und wer individuell ist, einzigartig, der vergleicht nicht mehr, so wie Veilchen und Rose absolut gleichwertig in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit sind.

    Liebe Grüße
    Susanne

  • #4

    Angelika Jäger (Samstag, 23 September 2017 13:22)

    Liebe Iris,
    du sprichst mir aus der Seele. Den Artikel werde ich noch öfter lesen, denn ich spüre ja die Beeinträchtigungen durch den Perfektionismus.
    Es ist schön zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und dieser Perfektionismus-Teufel nicht nur auf meiner Schulter sitzt und ständig ruft: noch nicht perfekt - noch nicht gut genug.
    Ich weiß sogar, woher der bei mir kommt -- aber mit deinem Artikel sehe ich auch Möglichkeiten dem mal zu sagen: "Gut ist - und jetzt geh mal schön weiter.
    Danke für die Inspiration

  • #5

    Shyramea (Samstag, 23 September 2017 13:35)

    Liebe Iris, ich (war und bin teilweise noch) das Gegenteil eines Perfektionisten. Mir fiel es immer sehr schwer viel Zeit und Hingabe in ein Projekt, oder Thema zu investieren was dazu führte, dass ich vieles immer schnell fertig stellte und dann dachte das passt schon so...oft waren die Dinge dann einfach lieblos und achtlos erledigt..

    Auf meinem Weg zu meinem seelenbusiness als Medium und coach habe ich aber genau diese Hingabe lernen dürfen, das liebevolle eintauchen in ein Thema oder Projekt, auch durch Meditation und Yoga zb. Das hat mich viel Geduld gekostet und war ein langer Weg. Heute nehme ich mir auch immer wieder Zeit für meine Projekte, überarbeitet sie immer wieder und verbessere sie wenn es an der Zeit dazu ist. Ich investiere viel Zeit und stecke all meine Liebe hinein.

    Ich bin auch dankbar, dass ich auf diesem Weg die Hingabe in mein Leben und mein wesen integrieren konnte und sich vieles nun ganz leicht anfühlt.

    Lg shyramea

  • #6

    Diana (Samstag, 23 September 2017 13:46)

    Danke für den Einblick in Dein perfektionistisches Denken. Ich bewundere Perfektionisten, weil ich von je her nicht so bin. Jetzt sehe ich die andere Seite. Und das hift mir wieder mit meinem schrecklichen Unperfektionismus umzugehen. Merci dafür und lieber Gruss, Diana (Teilnehmerin Challenge)

  • #7

    Irana (Samstag, 23 September 2017 13:53)

    Ein wunderbarer Artikel über ein leidiges Thema, welches wir Frauen ja zumeist verstärkt haben. Ich kenne das auch gut aus früheren Zeiten meines Lebens. Mittlerweile bin gelassener und sehr viel unperfekter geworden. Das Leben macht so einfach mehr Freude. Danke für diesen Beitrag. Ich wünsche dir viel positives Feedback dazu und das er bei vielen etwas zum Guten bewegt. :)

  • #8

    Dr. Heike Franz (Samstag, 23 September 2017 14:21)

    Liebe Iris,
    Dein Beitrag gefällt mir ausgesprochen gut. Manchmal denke ich, Perfektionismus ist eine typisch weibliche Eigenschaft. Genau wie Selbstkritik – da sind wir echt gut drin. Ich habe kürzlich mit einem 17-jährigen Jungunternehmer zusammengearbeitet. Was mich am meisten beeindruckt hat: er überlegt nicht lange, sondern macht einfach. Wenn es schiefgeht, dann wird halt das nächste Projekt angestoßen. Klar, mit Lebenserfahrung und mehr Jahren auf dem Buckel hat man mehr zu verlieren. Aber oft ist es Angst, die uns zurückhält. Und nicht der berühmte I-Punkt, der perfekt sein muss, um das Bild abzurunden.

  • #9

    Monika (Samstag, 23 September 2017 17:42)

    Hallo,
    erinnert mich an das Enneagram Typ 1
    Menschen vom Typ 1 streben nach Vollkommenheit, sie wollen alles richtig machen: ein Ideal, das nicht erreichbar ist. Sie zeichnen sich aus durch Objektivität, Integrität und Gerechtigkeitssinn. Ihr unbestechliches Gefühl für Wahrheit und Gerechtigkeit verleiht ihnen ein starkes moralisches Rückgrat. Für ihre Überzeugungen sind sie bereit durchs Feuer zu gehen. Aus Angst, Fehler zu machen, sind Menschen dieses Typs darauf bedacht, möglichst überlegt und vernünftig zu reagieren. Spontaneität zählt deswegen nicht zu ihren Stärken.
    LG*

  • #10

    Iris (Samstag, 23 September 2017 22:59)

    Liebe Anke, liebe Kirstin,

    danke für eure Erfahrungen und wie ihr gut damit umgehen könnt, so schön wie jeder seinen Weg findet und schön, wenn die Vielfalt sichtbar werden kann.
    Liebe Grüße, Iris

  • #11

    Iris (Samstag, 23 September 2017 23:02)

    Liebe Susanne, das hast du wundervoll ergänzt und zusammen gefasst. Danke für deinen liebevollen Kommentar! <3 Liebe Grüße, Iris